Nach einem Jahrhundertspiel holte sich die C2-Jugend des SV Niedernhausen mit einem Tor in wirklich allerletzter Sekunde den Staffelsieg in der C-Jugend Kreisklasse! Die als Tabellenführer angereiste Mannschaft aus Sonnenberg konnte nach einem an Dramatik nicht zu überbietenden intensiven Fußballspiel mit 5:4 (0:2) niedergerungen werden, obwohl die Gäste stellenweise deutlich und auch verdient mit 3:0 und 4:1 in Front lagen. Aber den gut 100 friedlich und freundlich im Autal mitfiebernden Zuschauern wurde großer Sport geboten.

Mit Anpfiff des souveränen und exzellent leitenden Schiedsrichters Veith Lang zeigte die Mannschaft aus Sonnenberg, warum sie über die gesamte Rückrunde dominierender Tabellenführer war. Mit klarem und schnellen Passspiel wurde die Abwehr der Autaladler ein ums andere Mal ausgehebelt. Die sichtlich beeindruckten Autaladler bekamen weder in der Abwehr noch im Mittelfeld Zugriff auf das Spiel. Konsequenterweise fiel in der 9. Minute nach einer Eckball-Finte das 0:1 durch ein unglückliches Eigentor der sonst so aufmerksamen und zuverlässigen Hannah Zerbst. Während dem Trainerteam der Autaladler um Jörn Hoffmann und Jörg Oestreich, ob der mangelnden Passgenauigkeit und Nervosität des eigenen Teams die Sprache versagte, versäumte es Sonnenberg in dieser Zeit, konsequent weiter nachzulegen. Erst ein Strafstoßtor brachte die 0:2 Halbzeitführung der Gäste. Der Top-Scorer der Liga wurde im Strafraum unglücklich zu Fall gebracht, bei dieser Situation verletzte er sich bedauerlicherweise schwer. In der längeren Unterbrechung nutzte Coach Hoffmann die Zeit, das Team der Autaladler wach zu rütteln. Langsam zeigte die Heimmannschaft, dass man auch in der Lage war, Fußball spielen zu können.

Die Pause wurde genutzt, um sich wieder auf seine Stärken zu besinnen. Vor dem Anstoß standen die Kids der Autaladler lange in einem Kreis, um sich auszusprechen und gegenseitig zu motivieren, denn man hatte sich etwas vorgenommen. Konsequenterweise gab es nach Anpfiff dann auch die allererste Chance durch das Sturmduo Nils Oestreich und Johannes Reichenek. Als alle dachten, dass hier noch etwas geht, griff Torwart Jannis Desch daneben und Sonnenberg sah in der 45. Minute beim 0:3 wie der sichere Sieger und Meister aus. Als letzten Versuch baute Coach Oestreich die Mannschaft um und nahm den bis dahin glücklosen Julian Sebastiany vom Feld und brachte Nicole Winter. Sie übernahm die Position des Innenverteidigers von Philipp Hoch. Philipp sollte jetzt mit den wildesten 25 Minuten seines Lebens den gesamten Spielverlauf auf den Kopf stellen. Auf der rechten Angriffsseite zündete er ein ums andere Mal den Turbo und überrannte die Abwehr. Folglich fiel in der 56. Minute der Anschlusstreffer zum 1:3. Diesen konnte Sonnenberg nochmals mit einem direkten Anschlusstreffer zum 1:4 kontern, aber danach spielte nur noch das Team um die mit unbändigem Willen agierende Spielführerin Stina Haberhauer. Ziel war erst einmal, nicht als Verlierer aus dem Spiel zu gehen. Als Johannes Reichenek in der 58. Minute das 2:4 erzielte, keimte ein kleiner Hoffnungsschimmer auf, alle kämpften jetzt wieder und nahmen sich ein Beispiel an dem unermüdlichen Leon Hoffmann. Was dann in den letzten drei Minuten passierte, war für die Autaladler positiver Wahnsinn, für die Gäste sicherlich ganz bittere Minuten, die eigentlich niemand erleben möchte.
Die Autaladler bekamen immer mehr ihr Selbstvertrauen zurück und rannten, als ob es um ihr Leben ging. Nils Oestreich traf drei Minuten vor Schluss zum 3:4 und wirklich alle wurden auf der Tribüne wach. Kurz danach fiel das 4:4 – ebenfalls durch Nils Oestreich – und die Spannung stieg weiter. Je mehr die Autaladler wieder an sich glaubten, umso gelähmter wirkten die Gäste. Sekunden vor Schluss dann die entscheidende Szene – Johannes Reichenek wird ca. 20 Meter vor dem Tor in halbrechter Position gefoult – ein letzter Freistoß sollte die Entscheidung bringen. Nils Oestreich zirkelte den Ball in den Winkel – aber nur fast, denn der Ball berührt die Latte und sprang ins Feld zurück. Während die Sonnenberger Abwehr wie paralysiert stehen blieb, köpft Matchwinner Philipp Hoch den Ball zum 5:4 ins Tor – grenzenloser Jubel, überglückliche Menschen lagen sich in den Armen und freuten sich ausgelassen über den Siegtreffer.

Mit Leidenschaft und Teamspirit fingen die Autaladler das spielerisch überlegene Sonnenberger Team sowohl im Spiel als auch in der Meisterschaft auf der Zielgeraden in allerletzter Sekunde ab. Was dann folgt, war unbeschreiblich – von Tränen des Glücks, „Humba-Täterä“ bis hin zu Feierbiestern auf dem Platz – die Fangemeinde und auch die Autaladler standen Kopf und feierten die Meisterschaft leidenschaftlich und ausgelassen.

Für die Autaladler spielten und siegten: Jannis Desch, Jamal El Jazouli, Stina Haberhauer, Leon Hoffmann, Nils Oestreich, Saverio Passarelli, Johannes Reichenek, Hannah Zerbst, Julian Sebastiany, Robin Glöckner, Philipp Hoch, Patrik Stachowiak, Teoman Celikkaramuersel, Nicole Winter, Sameer Khana.

Erste Reihe kniend (v.l.n.r): Stina (Spielführerin), Julian, Jamal, Jannis, Philipp, Robin, Johannes zweite Reihe stehend (v.l.n.r): Patrik, Teoman, Leon, Hannah, Nicole, Sameer, Saverio, Nils dahinter die Coaches Jörg Oestreich und Jörn Hoffmann

Erste Reihe kniend (v.l.n.r): Stina (Spielführerin), Julian, Jamal, Jannis, Philipp, Robin, Johannes
zweite Reihe stehend (v.l.n.r): Patrik, Teoman, Leon, Hannah, Nicole, Sameer, Saverio, Nils
dahinter die Coaches Jörg Oestreich und Jörn Hoffmann