AMÖNEBURG – Es deutete einiges auf ein Déjà-vu hin, bis Daniela Silva Fischer vom SV Niedernhausen das Wiesbadener Kreispokalfinale der B-Juniorinnen auf Kleinfeld mit ihrem Siegtreffer zum 3:2 (2:1) entschied. Das Endspiel in Amöneburg war die Neuauflage des Ligaspiels zwischen Niedernhausen und Schwarz-Weiß II, das die Autal-Kickerinnen im November nach 2:0-Führung noch 2:3 verloren hatten.

Trainer März wechselt früh

In einer zerfahrenen Anfangsphase erwischten die Schwarz-Weißen den etwas besseren Start in ein packendes Pokalfinale, kamen jedoch zu keinen nennenswerten Torchancen. SVN-Coach Christian März reagierte, brachte mit der quirligen Lena Bencic neuen Elan für die rechte Außenbahn. Und der kleine Wirbelwind hatte prompt zwei Möglichkeiten, brachte den Ball allerdings nach etwa einer gespielten Viertelstunde nicht im Tor unter. Besser machte es kurz darauf die spätere Siegtorschützin Daniela Silva Fischer. Ihr ansatzloser Schuss sprang in der 17. Minute vom linken Innenpfosten ins Tor. Nur eine Minute später war es dann die starke Kapitänin Miriam Chlumsky Hartmann, die das 2:0 markierte – auf beeindruckende Art und Weise. Nach einem traumhaften Solo, bei dem vier gegnerische Verteidigerinnen zu Slalom-Stangen avancierten, blieb sie auch vor dem Tor eiskalt und schloss platziert aus fünf Metern ab.

Der Doppelschlag schockte die Schwarz-Weiß-Mädchen, die in der Folge kaum noch im gegnerischen Strafraum auftauchten. Auf der anderen Seite bot sich Niedernhausen in Person der agilen Bencic und Chlumsky Hartmann Möglichkeiten, die Führung auszubauen. „In dieser Phase haben wir sehr gut kombiniert“, lobte SVN-Trainer Christian März. „Umso ärgerlicher, dass wir dann vor der Pause das Gegentor bekommen.“ In der 31. Minute gelang der kurz zuvor eingewechselten Nevena Vukovic der Anschlusstreffer. Die Ecke von Katharina Ehlen segelte an Freund und Feind vorbei und fiel Vukovic auf den Fuß, die aus Kurzdistanz einschob.

Wilde Proteste beim Ausgleich

Zu Beginn der zweiten Halbzeit war Schwarz-Weiß wie im ersten Durchgang die stärkere Mannschaft. Die Pausenansprache von Trainerin Conny Noack schien gefruchtet zu haben. Nachdem Lisa Goslar das 2:2 in der 55. Minute noch denkbar knapp verpasste, fiel dann zwei Minuten später der zu diesem Zeitpunkt verdiente Ausgleichstreffer. Der allerdings lautstarken Protest auf Niedernhausener Seite auslöste. Der Spielball des parallel stattfindenden Pokalfinales des Rheingau-Taunus-Kreises war auf das Spielfeld gerollt. Da der Ball sich im Sechzehnmeterraum befand, war nicht nur SVN-Torfrau Gina Schönfelder irritiert. Der zweite, entscheidende Ball im Spiel lag so plötzlich vor den Füßen von Katharina Ehlen, die den Überblick behielt und den Ball im Tor unterbrachte.

Referee Saron Touma wehrte die Beschwerden der Niedernhausener sofort ab: „Der zweite Ball hatte keinen Einfluss auf das Spielgeschehen.“ Doch zum Schluss war da ja noch Daniela Silva Fischer, die mit ihrem zweiten Tor in der 77. Minute den Niedernhausener Pokaltriumph besiegelte – und überglücklich war: „Sonst schieße ich wenig Tore. Da freut es mich natürlich, dass es heute so gut geklappt hat.“ Mit ihrem neu gewonnenen Torinstinkt verhinderte sie einerseits weitere Diskussionen nach Spielschluss zum umstrittenen 2:2, vor allem aber das Niedernhausener Déjà-vu.

SV Niedernhausen: Schönfelder; Reichert, Fischer, Bachl, Leitsch, M. Bencic (13. L. Bencic), Chlumsky Hartmann.

DJK Schwarz-Weiß II: Zobel; Goslar, Klesy Mora, Mertens, K. Ehlen, D. Ehlen (30. Vukovic), Danz.

Tore: 1:0 Fischer (17.), 2:0 Hartmann (18.), 2:1 Vukovic (31.), 2:2 K. Ehlen (57.), 3:2 Fischer (77).

Haiko Kuckro